Die Wahlen in Berlin sind mit einem hohen Anteil für die national-konservative AfD ausgegangen. Eine Koalition aus Rot-Schwarz, wie sie schon lange den Bund lähmt, schafft keine Mehrheitsverhältnisse. Am ehesten erscheint eine rot-rot-grün-Kombi mehrheitsversprechend. Die einst vielversprechenden Piraten haben es nicht in den Senat geschafft, die FDP dagegen schon.

Schwere Zeiten für unsere sozial-liberale Gesinnung? Rot-rot-grün bedeutet möglicherweise viel paternalistische Bevormundung, was unseren Freiheits-Gedanken zuwiderläuft. Der FDP fehlt das wichtige, soziale Element. Und ihre liberalen Positionen wird die FDP bei der aktuellen Konstellation allenfalls in der Opposition einbringen können.

Halten wir uns außerdem die niedrige Wahlbeteiligung vor Augen: Nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten sind gestern zur Wahlurne gegangen. Das Interesse an Politik erscheint gering. Vielleicht ist auch nur das Vertrauen in die Polit-Elite gering, angesichts von Milliarden-Verschwendungen wie BER, sozialen Ungerechtigkeiten wie unfähigen Einwanderungs- und Sozialbehörden sowie der wachsenden sozialen Ungleichheit.

Die etablierten Parteien haben keine Antwort auf die aggressiven und marktschreierischen Parolen der AfD. Die Quittung haben sie gestern bekommen. Dabei wäre die Notwendigkeit für einen Neustart sozial-liberaler Politik so wichtig wie selten zuvor. „Wir brauchen eine Zusammenführung der sozialliberalen Kräfte in Deutschland, um endlich wieder in den Parlamenten repräsentativ auftreten zu können.“ meint dazu Christian Bethke der Bundesvorsitzende der Neuen Liberalen.